Presse und Öffentlichkeitsarbeit:
Tine Neumann
Mobil: +49 (0)179 518 67 66
Email: tine.neumann@gmx.de

Pressemitteilung 2018 zum Download als pdf

Ausstellungsprojekt Endmoräne e.V.
in Zusammenarbeit mit dem Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR

Plan 2 \ 5
im Raster für eine bessere Zukunft \?

19 künstlerische Positionen
im Verhältnis 2 zu 5
an 3 Wochenenden
im Flächendenkmal Eisenhüttenstadt

Eröffnung:
Samstag, 16. Juni 2018 15 Uhr

Ort:
Ehemaliges Kinderwochenheim der DDR
Erich-Weinert-Allee 4
15890 Eisenhüttenstadt

Ausstellungsdauer:
16. Juni – 1. Juli 2018 jeden Samstag und Sonntag 13 – 18 Uhr

Der DDR und deren Ende verdankt die Gruppe Endmoräne ihre Gründung. Unweit nach Mauerfall schlossen sich – damals noch eine Handvoll – Künstlerinnen aus Westberlin und Brandenburg zusammen, um Verbindendes und Trennendes auszuloten und künftig gemeinsam neue Wege zu beschreiten. Heute besteht der Verein aus 23 ausschließlich weiblichen Mitgliedern und einem weitverzweigten Netz aus Gastkünstlerinnen aus aller Frauen Länder.

Der unterschiedliche Sozialisationshintergrund und künstlerische Werdegang in beiden deutschen Staaten spielten dabei von Beginn an eine immanente Rolle. Themen und Verfahrensweisen des Projekts bis hin zu einer speziellen Ausstellungsästhetik, die sich aus der temporären Nutzung allmählich verblassender Orte ostdeutscher Architektur und Alltagskultur speist, sind von deutsch-deutschen sozialhistorischen Bezügen maßgeblich geprägt.

Was wäre da wohl konsequenter, als der Frage nach Heranwachsen und Herkunft, Vergangenheit und Zukunft – der eigenen, der des Vereins, der beider Deutschlands – Raum zu geben und im Kielwasser der Teilungsgeschichte auch die der Kindheit hier wie dort zu reflektieren? Treffenderweise am Standort Eisenhüttenstadt, dem Prototyp sozialistischen Städtebaus und größten Flächendenkmal Deutschlands. Zielgenau in einem sogenannten Kinderwochenheim, das heute leer steht, und in welchem bis zur Wende der sozialistische Nachwuchs 5 Werktage lang abgegeben wurde. Zum Wohl von Produktion und Gleichstellung im Arbeitsleben. Zum Leid der Kleinen und im Dienst der großen Sache.

Zu einer Zeit, als die DDR selbst in den Kinderschuhen stand, auf dem Reißbrett entworfen, ist Eisenhüttenstadt der urbane Repräsentant sozialistischer Planwirtschaft. Und wie die Wohnstadt des Arbeiter-und-Bauern-Staats auf exakten Grundsätzen beruhte, kam auch der Erziehung im Sozialismus ideologische Bedeutung und ein klarer Plan zu. Eher zufällig, doch überraschend geht es in Kindheit und Architektur auf unterschiedliche Art um Ähnliches: Um Größenverhältnisse und um Perspektiven.

Ebendiese Relationen oder Raster – der Planstadt und des Wochentakts der Heimbetreuung – stecken sich 19 Endmoräne-Künstlerinnen mit Gästen aktuell als assoziativen Rahmen, innerhalb dessen recherchiert, performt und interveniert wird. Anders als sonst im kleinteiligen Maßstab. Um neue Maßstäbe zu setzen. Mit Liebe zum Detail, doch flächendeckend. Ab 16. Juni. In Eisenhüttenstadt. Im Schema 2 zu 5. Für eine bessere Zukunft.

——————————

Zur Projekthistorie:

Als Kollektiv reichlich geschichtsträchtig, bespielen die Künstlerinnen von Endmoräne seit über 2 Jahrzehnten leer stehende Orte und Gebäude im Berliner Umland. Mit raum- und themenbezogenen Arbeiten ziehen sie jedes Jahr kunstbegeisterte Besucher, Anwohner und Ausflügler aus Berlin, Brandenburg und neuerdings auch Polen in den Bann. Der Standort gehört stets zum Konzept. In alten Kirchen, Schlössern, Ställen, Kasernen oder Bahnhöfen hat der Verein schon ‚residiert’. Und dieser Pionierarbeit verdankt das Land Brandenburg eine ganz eigene, zeitgenössische Ausstellungskultur. Der künstlerische Zugriff des Projekts ist prozessual und situationsbezogen: Kaum etwas entsteht vorab im Atelier. Mittels ästhetischer Methoden wie Partizipation, Recherche, Analyse werden sämtliche Arbeiten erst nach und nach vor Ort entwickelt, konkretisiert und umgesetzt. In einer zweiwöchigen Phase vor Ausstellungseröffnung, der so genannten ‚Sommerwerkstatt’, kann man der Kunst über die Schulter blicken.

Plan 2 \ 5 im Raster für eine bessere Zukunft \?
Sommerwerkstatt 2018 – Arbeit in situ:
4. bis 15. Juni 2018
Ausstellungseröffnung: 16. Juni 2018, 15 Uhr (geöffnet 13 – 18 Uhr), mit Führungen, Performances, Aktionen
Ausstellungsdauer: 16. Juni bis 1. Juli 2018, jeweils Sa + So, von 13 – 18 Uhr
Ausstellungsort: Ehemaliges Kinderheim der DDR, Erich-Weinert-Allee 4, 15890 Eisenhüttenstadt
Zur Ausstellung erscheint eine Broschüre.
Weitere Informationen über das Gesamtprojekt und die beteiligten Künstlerinnen sowie zu Verkehrsanbindungen, Führungen und Performances unter www.endmoraene.de

Mit Arbeiten von Susanne Ahner, Kerstin Baudis, Ka Bomhardt, Claudia Busching, Frauke Danzer, Monika Funke Stern, Katrin Glanz, Gisela Genthner, Margita Haberland, Renate Hampke, Ingrid Kerma, Gunhild Kreuzer, Angela Lubič, Barbara Müller, Dorothea Neumann, Patricia Pisani, Susanne Pittroff, Antje Scholz, Asako Tokitsu

Die Ausstellung „Plan 2 \ 5 im Raster für eine bessere Zukunft \?“ steht unter der Schirmherrschaft der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg Dr. Martina Münch.
gefördert vom Land Brandenburg und dem Landkreis Oder-Spree

ENDMORÄNE – Künstlerinnen aus Brandenburg und Berlin e.V.
Sitz: Kunsthof Lietzen, Falkenhagener Straße 10, 15306 Lietzen

Projektgruppe ENDMORÄNE 2018:
Gisela Genthner, Dorothea Neumann – Assistenz: Elke Postler

Kunsthistorische Begleitung:
Dr. Dorothée Bauerle-Willert

Künstlerinnenkontakt und Ansprechpartnerinnen vor Ort:
Dorothea Neumann • Mobil: +49 (0) 175 24 35 491 • Email: dorothea.neumann@web.de
Gisela Genthner • Mobil: +49 (0) 157 74 21 07 35 • Email: genthner.berlin@hotmail.de

Medienpartnerschaft | taz die Tageszeitung, radioeins vom Rundfunk Berlin-Brandenburg

 

 

Presse und Öffentlichkeitsarbeit:
Tine Neumann • Mobil: +49 (0) 179 518 67 66 • Email: tine.neumann@gmx.de

 

Pressemitteilung 2018 zum Download als pdf