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Beauty – or the vitality of the ephemeral

This year as well as in the following year the summer workshop takes place in the Gutshaus Petersdorf. Before the artists can begin their work, some rubble and dirt must be cleared away in the desolate and dilapidated building until light and air can penetrate all corners.
Already during this purification and vitalization process it becomes apparent how the often used, sometimes worn-out term of „beauty“ finds a correspondence here: beauty is not a „natural“ property of an object, but the result of a working process that develops out of various components like observing, perceiving and designing. This touches another aspect of beauty: its inherent temporality and thus the knowledge of its transience. The experience of such finitude is closely linked to the corporeality of the vital body, which is expressed both in the dynamic spatial formation of Elke Postler, which focuses on the young flawless female body, and in the depictions of Susu Grunenberg and Ingrid Kerma whose work relies on the life of the aged body with the presence of a long life. Here, beauty becomes an expression of the highest authenticity and individuality, a category beyond the norm. Such overcoming of norms, however, is inextricably linked with an exclusively temporary existence – only the moving, flowing, and constantly changing is permanent.
Dr. Brigitte Hammer, from the opening speech

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Sommerwerkstatt und Ausstellung
Schönheit – oder von der Vitalität des Vergänglichen
Gutshaus Petersdorf

In diesem wie auch im darauf folgenden Jahr findet die Sommerwerkstatt im Gutshaus Petersdorf statt. Bevor die Künstlerinnen mit der eigentlichen Arbeit beginnen können, muss in dem desolaten und verwahrlosten Gebäude einiger Schutt und Dreck beiseite geräumt werden, bis wieder Licht und Luft in alle Ecken dringen kann.

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Schon bei diesem Reinigungs- und Vitalisierungprozess wird erkennbar, wie der oft gebrauchte, manchmal abgenutzt erscheinende Begriff von „Schönheit“ hier eine Entsprechung findet: Schönheit ist keine „natürliche“ Eigenschaft eines Gegenstandes, sondern das Ergebnis eines Arbeitsprozesses, der sich aus den Komponenten Fühlen, Denken, Handeln oder genauer: Beobachten, Wahrnehmen und Gestalten entwickelt. Schönheit wird so zum Resultat einer Spannungsbeziehung zwischen Gewordenem und Gestaltetem.
Damit wird ein weiterer Aspekt der Schönheit berührt: ihre inhärente Zeitlichkeit und damit das Wissen um ihre Vergänglichkeit. Die Erfahrung solcher Endlichkeit ist eng verbunden mit der Leiblichkeit des vitalen Körpers, die sowohl in der dynamischen Raumformung von Elke Postler, die den jungen makellosen Frauenkörper in den Mittelpunkt stellt, zum Ausdruck kommt, als auch in den Darstellungen von Susu Grunenberg und Ingrid Kerma thematisiert wird, die auf die Lebendigkeit des gealterten Körpers mit seiner nur ihm eigenen Präsenz aus der Gnade des langen Lebens setzen. Hier wird Schönheit zu einem Ausdruck von höchster Authentizität und Individualität, zu einer Kategorie jenseits der Norm.
Solches Überwinden der Normen aber ist untrennbar mit einer ausschließlich temporären Existenz verbunden – dauerhaft ist nur das sich Bewegende, Fließende, sich stetig Wandelnde. So verbindet sich in der Ausstellung im Gutshaus Petersdorf die Schönheit einer sommerlichen Arbeitsphase mit dem schmerzlichen Wissen um das bevorstehende Ende und eine ungewisse Zukunft.

Dr. Brigitte Hammer, aus der Eröffnungsrede

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Dokumentation 2006


Veranstaltungen |
Vortrag Dr. Sabine Hannessen Gedanken zur Schönheit | Vortrag Pfarrerin Rahel Charlotte Mielke Was sagt die Bibel zur Schönheit | Zwei Konzerte: Doro Offermann und Maria Rotfuchs

Mit Arbeiten von | Monika Funke Stern, Susu Grunenberg, Renate Hampke, Rotraud von der Heide, Bettina Hünicke, Masko Iso, Ingrid Kerma, Elke Postler, Antje Scholz, Erika Stürmer-Alex, Christiane Wartenberg, Ilse Winckler

Gastkünstlerinnen | Marianne Gielen (DE), Alexandra Karrasch (DE), Julia Lohmann (DE), Doro Offermann (DE),
Julia von Randow (DE), Maria Rothfuchs (DE), Regine Spangenthal (DE), Susanne Stühr (DE)

Dauer der Ausstellung | 19. 06. – 16. 07. 2006

Gefördert von |
Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg
Landkreis Oder-Spree
Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Märkisch-Oderland
Gemeinde Petersdorf